All We Ever Wanted

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2024
Produzent/Regie
Frédéric Jaeger

Drei Freunde in Erwartung eines Traumurlaubs auf Fuerteventura. Désirée weiß, wo es lang geht, dank ihrer finanzstarken Mutter hat sie ein sorgenfreies Leben. Sie ist die Vollkasko-Versicherung nicht nur für ihr Auto, sondern für ihren gesamten Lebensstil. Entsprechend ungeniert lebt es sich. Der Wagen hat bereits am Flughafen in Fuerteventura einen Kratzer, im gemieteten Ferienhaus mit Pool bricht sie erst einmal die Minibar auf. Sie nimmt sich die materielle Welt, akzeptiert keine Grenzen und keine schlechte Laune.

Elias, ihr weißer Lover, muß sich beweisen, seine verklemmte Gründlichkeit ablegen und ihr gefallen, wenn er nicht nur einer von ihren „best friends“ sein will. „Mach dich mal locker“, sagt Désirée zu ihm. Selbst seine Leidenschaft für schön geformte Fuerteventura-Kiesel, die er sorgfältig mit der Zahnbürste poliert, garniert sie mit provozierender Erotik: Jedes Mal, wenn er einen Stein findet, soll er sich jemanden zum Knutschen suchen. Und meint damit nicht sich selbst.

Der Dritte im Bunde ist Désirées schwarzer Freund Sal, ihr „Prinz". Er teilt mit ihr die Nonchalance und den sportlichen Lifestyle, beim lässigen Surfen am Strand, beim Chillen am Pool. Er ist in ihre erotischen Träume eingeweiht, ist schwul und mag es, Désirée und Elias beim Sex zu beobachten.

Ein subtiles Dreieck des Begehrens spannt sich zwischen den Dreien auf, in dem Sal den Knoten der Lust bildet, an dem die Figuren zusammenfinden…

„All We Ever Wanted“ zeigt das Urlaubsparadies Fuerteventura von seiner unbeschriebenen, verlassenen Seite, ökonomische und libidinöse Krisen inklusive. Fernab der Touristik-Spots wird die karge Landschaft mit ihren Geröllfeldern, dem Gestrüpp am Straßenrand, den verlassenen Stränden und dröhnenden Autostraßen zur Metapher für die Sinnsuche der drei Freunde. Im Kern steckt die Frage, wie sich Menschen selbst erkennen: in ihrem eigenen Begehren oder dem ihrer Liebsten?

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Bergfahrt

Ort
Schweiz
Jahr
2024
Buch/Regie
Dominique Margot

Es gab sie lange vor der Menschheit, und sie werden diese überdauern. 250 Millionen Jahre sind sie alt — die Alpen. Vieles haben sie scheinbar stumm kommen und vergehen sehen. Sie haben ihr eigenes Leben. Unheimlich waren sie unseren Vorfahren, sie sahen in den Gipfeln Monster, Drachen, Gefahr. Gewalten, die sich unserem Einfluß entziehen. Erst mit dem Massentourismus glaubte man, sich die Berge untertan zu machen, man beutete sie meist rücksichtslos aus.

Doch findet langsam ein Umdenken statt. Forschende, Künstlerinnen und Künstler, Philosophinnen und Philosophen, viele versuchen, sich dem Wesen der Berge auf neue Weise zu nähern. Sie spiegeln die gegensätzlichen Ansätze in einer Zeit, in der wir unsere Werte neu definieren und den Wandel aktiv suchen müssen. „Bergfahrt“ ermöglicht faszinierende Einblicke in die Rätsel, die uns die Millionen Jahre alten Riesen stellen.

„Bergfahrt“ zeigt in fantastischen Aufnahmen die Größe und Schönheit der Berge und ist dabei weit entfernt von dem heimattümelnden Alpenbild, das wir aus den Medien kennen. Der Film portraitiert Menschen, die dieses einzigartige Welterbe erforschen, Menschen, die das geheime Leben der Berge zu entschlüsseln suchen, es verstehen und bewahren wollen.

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Dämonen der Dämmerung

Ort
Mexiko
Jahr
2024
Regie
Julián Hernández

Orlando und Marco sind zwei junge Männer in Mexiko-Stadt, die sich zufällige begegnen und sich ineinander verlieben. Jeden Tag kämpfen sie, um ihre Träume zu verwirklichen: Orlando will Tänzer werden und Marco möchte die Krankenpflegeschule abschließen. Auf ihrem Weg durch eine multipolare, sich ständig verändernde, aggressive Welt erkennen sie, daß sie nur mit vereinten Seelen all die Dämonen der Dämmerung bekämpfen können, die sie in der Dunkelheit der Nacht verfolgen.

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Elda und die Monster

Ort
Argentinien
Jahr
2023
Buch/Regie
Nicolás Herzog

„Elda y Los Monstruos“ ist eine moderne und auch sehr queere Rockband, „Glam“, herrlich bunte Bühne, aber wer ist die Frontfrau? Ein Frontmann? Es ist Elda, ein junger grellblonder Mann, der hier desöfteren sein vermeintliches Geschlecht zur Schau stellen kann, aber doch irgendwie eine Frau, ein Mädchen ist. Whatever.

„Elda und die Monster“ ist ein sehr bunter, moderner, junger, lebensbejahender Film. Ein Versprechen, daß vieles besser wird, nicht nur beispielsweise was Rollenverhalten betrifft. Kern des Films ist eine empfindsame Reise in den Wald, in sumpfiges Gebiet, wo sich die Wasserschweine tummeln, zum Grab einer unbekannten Toten im Wald. Ein geschmücktes Grab mit Devotionalien, das Grab einer ermordeten Transperson, Binarität und Natur verschmelzen miteinander. Begleitet wird das von tollen Auftritten der Band mit fabelhaften Songs.

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The Gate -- Ein Leben lang im Krieg

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2023
Buch/Regie/Koproduktion
Jasmin Herold, Michael David Beamish

In der abgelegenen Wüste von Utah befindet sich die streng geheime militärische Testanlage Dugway. Hier führt die US-Armee Tests für den Krieg von morgen durch, spezialisiert auf Atomwaffen, chemische und biologische Kampfstoffe wie Anthrax und spezielle Nervengifte. Bereits die Piloten von Hiroshima haben auf diesem Gelände trainiert. An diesem Ort, der fernab der Kriegsgebiete liegt, treffen verschiedene Personen aufeinander: ein Soldat, der schwer traumatisiert ist, ein Militärseelsorger, ein Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und ein Vater, der nach seinem vermißten Sohn sucht. Sie alle sind stolz auf ihren American Way Of Life, aber gleichzeitig gezeichnet von den Schrecken des Krieges. Denn der Krieg hat sich unauslöschlich in die Seelen der Menschen und das kollektive Gedächtnis der USA eingeprägt. Die USA sind seit Jahrzehnten das Land mit den weltweit höchsten Militärausgaben.

Der bildgewaltige Film nähert sich seinen Protagonisten vorurteilsfrei und zeigt, wie sie sich in einem Gesellschaftssystem bewegen, das Gewaltanwendung als Freiheitsrecht betrachtet. Was bedeutet es, wenn Waffen und die damit verbundenen Rituale zur Stärkung des familiären Zusammenhalts genutzt werden? Wenn Schießübungen als Bindungsmaßnahme zwischen Vätern und Söhnen dienen? Und wenn über allem die Angst schwebt und täglich tiefer ins Leben einsickert, unbeeindruckt von der alltäglichen Aufrüstung?

Im Programm von DOK Leipzig

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Träume und Asche

Ort
Dänemark
Jahr
2025
Buch/Regie
Ludvig Christian Næsted Poulsen

Die Geschichte von Christian (23), einem schwulen Mann, der sich auf der Suche nach einer verlorenen Liebe in Dating-Apps, One-Night-Stands und gelegentlichen Affären verliert. Die Geschichte gibt einen unverblümten, ehrlichen und manchmal provokativen Einblick in die Gedankenwelt von Christian und in das digitale Ökosystem, das sein Spielplatz ist und ihm zum Verhängnis zu werden droht.

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Was wir gemeinsam schufen

Ort
Argentinien
Jahr
2024
Produktion, Buch und Regie
Nicolás Teté

Was bedeutet Liebe? Was bedeutet Zusammensein? Was verspricht man sich? Zwei junge Männer haben sich aufs Land zurückgezogen, um einen Neubeginn zu wagen. In der Einsamkeit der argentinischen Pampa sind sie einerseits bewunderte Fremde und andererseits ein wenig Fremdkörper, die die Nachbarn neugierig beschauen. Als eine Freundin ihren Besuch ankündigt, kommen gewichtige Fragen auf… Vielleicht wird nicht alles gut für das Paar, aber vieles. Die Zukunft ist offen und heißt zugleich Zusammengehörigkeit.

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While The Green Grass Grows (Parts 1+6)

Ort
Schweiz/Kanada
Jahr
2023
Buch/Regie/Bildgestaltung/Ton
Peter Mettler

Mit „Gambling, Gods And LSD“ schuf der Regisseur und Bildgestalter Peter Mettler 2002 einen Jahrhundertfilm. Zwei Jahrzehnte später und viele Leben weiter. kommt von ihm nun ein filmisches Tagebuch aus der Zeit um die Pandemie und darüber hinaus. Es kreist um die Tragweite des Todes seiner eigenen Eltern und die Frage, wie es mit uns allen weitergeht — auf persönlicher und auf globaler Ebene. Mit seiner einzigartigen filmischen Handschrift lädt der Regisseur auf eine meditative Reise ein, von den Appenzeller Alpen bis in den Lockdown nach Toronto. Mal tragisch, mal humorvoll, mal philosophisch oder poetisch.

„While The Green Grass Grows (Parts 1+6)“ besteht aus zwei Teilen eines epischen, in sieben Kapiteln angelegten Filmwerks. Ein Werk, das von existenziellen Fragen geleitet wird. „Wie kann ich mich als Filmemacher auf einen Tanz mit der sich entfaltenden Erfahrung des Lebens einlassen, filmen, während das Leben passiert?“ Mettler regt uns mit seinem Blick auf die Dinge an, mit Mitgefühl hinzuschauen, zuzuhören und zu erkunden. Die Dinge so zu beobachten, daß die Wechselbeziehungen des Lebens in den Vordergrund rücken, einfach so, wie persönliche Erlebnisse sich entfalten. In diesem Fall: durch ein Werk der Visionen, Begegnungen und Gedanken.

Visuell und inhaltlich schöpft Mettler aus persönlichen Gesprächen, aus philosophischen und spirituellen Texten wie auch aus seinem eigenen Film- und Soundarchiv. Sein Zugang ist geprägt von Offenheit und Demut gegenüber dem Leben und der Natur -- und stets voll feinen Humors und Selbstironie.

„While The Green Grass Grows (Parts 1+6)“: ausgezeichnet mit der Goldenen Taube DOK Leipzig und dem Großen Jurypreis Visions du Réel Nyon

while-the-green-grass-grows.de

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Neu und beachtenswert

All We Ever Wanted

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2024
Produzent/Regie
Frédéric Jaeger

Drei Freunde in Erwartung eines Traumurlaubs auf Fuerteventura. Désirée weiß, wo es lang geht, dank ihrer finanzstarken Mutter hat sie ein sorgenfreies Leben. Sie ist die Vollkasko-Versicherung nicht nur für ihr Auto, sondern für ihren gesamten Lebensstil. Entsprechend ungeniert lebt es sich. Der Wagen hat bereits am Flughafen in Fuerteventura einen Kratzer, im gemieteten Ferienhaus mit Pool bricht sie erst einmal die Minibar auf. Sie nimmt sich die materielle Welt, akzeptiert keine Grenzen und keine schlechte Laune.

Elias, ihr weißer Lover, muß sich beweisen, seine verklemmte Gründlichkeit ablegen und ihr gefallen, wenn er nicht nur einer von ihren „best friends“ sein will. „Mach dich mal locker“, sagt Désirée zu ihm. Selbst seine Leidenschaft für schön geformte Fuerteventura-Kiesel, die er sorgfältig mit der Zahnbürste poliert, garniert sie mit provozierender Erotik: Jedes Mal, wenn er einen Stein findet, soll er sich jemanden zum Knutschen suchen. Und meint damit nicht sich selbst.

Der Dritte im Bunde ist Désirées schwarzer Freund Sal, ihr „Prinz". Er teilt mit ihr die Nonchalance und den sportlichen Lifestyle, beim lässigen Surfen am Strand, beim Chillen am Pool. Er ist in ihre erotischen Träume eingeweiht, ist schwul und mag es, Désirée und Elias beim Sex zu beobachten.

Ein subtiles Dreieck des Begehrens spannt sich zwischen den Dreien auf, in dem Sal den Knoten der Lust bildet, an dem die Figuren zusammenfinden…

„All We Ever Wanted“ zeigt das Urlaubsparadies Fuerteventura von seiner unbeschriebenen, verlassenen Seite, ökonomische und libidinöse Krisen inklusive. Fernab der Touristik-Spots wird die karge Landschaft mit ihren Geröllfeldern, dem Gestrüpp am Straßenrand, den verlassenen Stränden und dröhnenden Autostraßen zur Metapher für die Sinnsuche der drei Freunde. Im Kern steckt die Frage, wie sich Menschen selbst erkennen: in ihrem eigenen Begehren oder dem ihrer Liebsten?

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Bergfahrt

Ort
Schweiz
Jahr
2024
Buch/Regie
Dominique Margot

Es gab sie lange vor der Menschheit, und sie werden diese überdauern. 250 Millionen Jahre sind sie alt — die Alpen. Vieles haben sie scheinbar stumm kommen und vergehen sehen. Sie haben ihr eigenes Leben. Unheimlich waren sie unseren Vorfahren, sie sahen in den Gipfeln Monster, Drachen, Gefahr. Gewalten, die sich unserem Einfluß entziehen. Erst mit dem Massentourismus glaubte man, sich die Berge untertan zu machen, man beutete sie meist rücksichtslos aus.

Doch findet langsam ein Umdenken statt. Forschende, Künstlerinnen und Künstler, Philosophinnen und Philosophen, viele versuchen, sich dem Wesen der Berge auf neue Weise zu nähern. Sie spiegeln die gegensätzlichen Ansätze in einer Zeit, in der wir unsere Werte neu definieren und den Wandel aktiv suchen müssen. „Bergfahrt“ ermöglicht faszinierende Einblicke in die Rätsel, die uns die Millionen Jahre alten Riesen stellen.

„Bergfahrt“ zeigt in fantastischen Aufnahmen die Größe und Schönheit der Berge und ist dabei weit entfernt von dem heimattümelnden Alpenbild, das wir aus den Medien kennen. Der Film portraitiert Menschen, die dieses einzigartige Welterbe erforschen, Menschen, die das geheime Leben der Berge zu entschlüsseln suchen, es verstehen und bewahren wollen.

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Dämonen der Dämmerung

Ort
Mexiko
Jahr
2024
Regie
Julián Hernández

Orlando und Marco sind zwei junge Männer in Mexiko-Stadt, die sich zufällige begegnen und sich ineinander verlieben. Jeden Tag kämpfen sie, um ihre Träume zu verwirklichen: Orlando will Tänzer werden und Marco möchte die Krankenpflegeschule abschließen. Auf ihrem Weg durch eine multipolare, sich ständig verändernde, aggressive Welt erkennen sie, daß sie nur mit vereinten Seelen all die Dämonen der Dämmerung bekämpfen können, die sie in der Dunkelheit der Nacht verfolgen.

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Elda und die Monster

Ort
Argentinien
Jahr
2023
Buch/Regie
Nicolás Herzog

„Elda y Los Monstruos“ ist eine moderne und auch sehr queere Rockband, „Glam“, herrlich bunte Bühne, aber wer ist die Frontfrau? Ein Frontmann? Es ist Elda, ein junger grellblonder Mann, der hier desöfteren sein vermeintliches Geschlecht zur Schau stellen kann, aber doch irgendwie eine Frau, ein Mädchen ist. Whatever.

„Elda und die Monster“ ist ein sehr bunter, moderner, junger, lebensbejahender Film. Ein Versprechen, daß vieles besser wird, nicht nur beispielsweise was Rollenverhalten betrifft. Kern des Films ist eine empfindsame Reise in den Wald, in sumpfiges Gebiet, wo sich die Wasserschweine tummeln, zum Grab einer unbekannten Toten im Wald. Ein geschmücktes Grab mit Devotionalien, das Grab einer ermordeten Transperson, Binarität und Natur verschmelzen miteinander. Begleitet wird das von tollen Auftritten der Band mit fabelhaften Songs.

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The Gate -- Ein Leben lang im Krieg

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2023
Buch/Regie/Koproduktion
Jasmin Herold, Michael David Beamish

In der abgelegenen Wüste von Utah befindet sich die streng geheime militärische Testanlage Dugway. Hier führt die US-Armee Tests für den Krieg von morgen durch, spezialisiert auf Atomwaffen, chemische und biologische Kampfstoffe wie Anthrax und spezielle Nervengifte. Bereits die Piloten von Hiroshima haben auf diesem Gelände trainiert. An diesem Ort, der fernab der Kriegsgebiete liegt, treffen verschiedene Personen aufeinander: ein Soldat, der schwer traumatisiert ist, ein Militärseelsorger, ein Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und ein Vater, der nach seinem vermißten Sohn sucht. Sie alle sind stolz auf ihren American Way Of Life, aber gleichzeitig gezeichnet von den Schrecken des Krieges. Denn der Krieg hat sich unauslöschlich in die Seelen der Menschen und das kollektive Gedächtnis der USA eingeprägt. Die USA sind seit Jahrzehnten das Land mit den weltweit höchsten Militärausgaben.

Der bildgewaltige Film nähert sich seinen Protagonisten vorurteilsfrei und zeigt, wie sie sich in einem Gesellschaftssystem bewegen, das Gewaltanwendung als Freiheitsrecht betrachtet. Was bedeutet es, wenn Waffen und die damit verbundenen Rituale zur Stärkung des familiären Zusammenhalts genutzt werden? Wenn Schießübungen als Bindungsmaßnahme zwischen Vätern und Söhnen dienen? Und wenn über allem die Angst schwebt und täglich tiefer ins Leben einsickert, unbeeindruckt von der alltäglichen Aufrüstung?

Im Programm von DOK Leipzig

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Träume und Asche

Ort
Dänemark
Jahr
2025
Buch/Regie
Ludvig Christian Næsted Poulsen

Die Geschichte von Christian (23), einem schwulen Mann, der sich auf der Suche nach einer verlorenen Liebe in Dating-Apps, One-Night-Stands und gelegentlichen Affären verliert. Die Geschichte gibt einen unverblümten, ehrlichen und manchmal provokativen Einblick in die Gedankenwelt von Christian und in das digitale Ökosystem, das sein Spielplatz ist und ihm zum Verhängnis zu werden droht.

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Was wir gemeinsam schufen

Ort
Argentinien
Jahr
2024
Produktion, Buch und Regie
Nicolás Teté

Was bedeutet Liebe? Was bedeutet Zusammensein? Was verspricht man sich? Zwei junge Männer haben sich aufs Land zurückgezogen, um einen Neubeginn zu wagen. In der Einsamkeit der argentinischen Pampa sind sie einerseits bewunderte Fremde und andererseits ein wenig Fremdkörper, die die Nachbarn neugierig beschauen. Als eine Freundin ihren Besuch ankündigt, kommen gewichtige Fragen auf… Vielleicht wird nicht alles gut für das Paar, aber vieles. Die Zukunft ist offen und heißt zugleich Zusammengehörigkeit.

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While The Green Grass Grows (Parts 1+6)

Ort
Schweiz/Kanada
Jahr
2023
Buch/Regie/Bildgestaltung/Ton
Peter Mettler

Mit „Gambling, Gods And LSD“ schuf der Regisseur und Bildgestalter Peter Mettler 2002 einen Jahrhundertfilm. Zwei Jahrzehnte später und viele Leben weiter. kommt von ihm nun ein filmisches Tagebuch aus der Zeit um die Pandemie und darüber hinaus. Es kreist um die Tragweite des Todes seiner eigenen Eltern und die Frage, wie es mit uns allen weitergeht — auf persönlicher und auf globaler Ebene. Mit seiner einzigartigen filmischen Handschrift lädt der Regisseur auf eine meditative Reise ein, von den Appenzeller Alpen bis in den Lockdown nach Toronto. Mal tragisch, mal humorvoll, mal philosophisch oder poetisch.

„While The Green Grass Grows (Parts 1+6)“ besteht aus zwei Teilen eines epischen, in sieben Kapiteln angelegten Filmwerks. Ein Werk, das von existenziellen Fragen geleitet wird. „Wie kann ich mich als Filmemacher auf einen Tanz mit der sich entfaltenden Erfahrung des Lebens einlassen, filmen, während das Leben passiert?“ Mettler regt uns mit seinem Blick auf die Dinge an, mit Mitgefühl hinzuschauen, zuzuhören und zu erkunden. Die Dinge so zu beobachten, daß die Wechselbeziehungen des Lebens in den Vordergrund rücken, einfach so, wie persönliche Erlebnisse sich entfalten. In diesem Fall: durch ein Werk der Visionen, Begegnungen und Gedanken.

Visuell und inhaltlich schöpft Mettler aus persönlichen Gesprächen, aus philosophischen und spirituellen Texten wie auch aus seinem eigenen Film- und Soundarchiv. Sein Zugang ist geprägt von Offenheit und Demut gegenüber dem Leben und der Natur -- und stets voll feinen Humors und Selbstironie.

„While The Green Grass Grows (Parts 1+6)“: ausgezeichnet mit der Goldenen Taube DOK Leipzig und dem Großen Jurypreis Visions du Réel Nyon

while-the-green-grass-grows.de

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Filme von Thomas Heise (1955 - 2024)

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Ort
Bundesrepublik Deutschland/Österreich
Jahr
2019
Buch/Regie/Sprecher
Thomas Heise

Was bleibt? Biografien hinterlassen Spuren. Die Zeitläufte auch. Wie sich das eine zum anderen verhält untersucht Thomas Heise in „Heimat ist ein Raum aus Zeit“.

Der Film folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Es geht um Menschen, die einst zufällig zueinander fanden, dann einander verloren. Deren verbliebene Kinder und Enkel jetzt verschwinden. Es geht um Sprechen und Schweigen. Erste Liebe und verschwundenes Glück. Väter, Mütter, Söhne, Brüder, Affären, Verletzung und Glück in wechselnden Landschaften, die verschiedene, einander durchwuchernde Spuren von Zeiten in sich tragen.

Eine Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten. „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ ist ein Nachdenken über die Zeit und die Liebe in ihr, den Menschen, in Tönen, Bildern und Sprache. Immer bleibt ein Rest, der nicht aufgeht.

Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin

Im Programm von DOK Leipzig

Gewinner des Caligari-Filmpreises 2019

Gewinner Meilleur long métrage de la Compétition Internationale Visions du Réel Nyon 2019

Gewinner Deutscher Dokumentarfilmpreis 2019

Gewinner Chantal Akerman Award Jerusalem Film Festival 2019

Gewinner The Avner Shalev—Yad Vashem Chairman’s Award For Artistic Achievement In Holocaust-Related Film Jerusalem Film Festival 2019

Gewinner Special Jury Prize – International Feature RIDM Montréal 2019

Gewinner Jury-Preis Lanzarote Muestra Internacional de Cine

Preis der deutschen Filmkritik 2019

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Kinder. Wie die Zeit vergeht.

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2007
Buch/Regie
Thomas Heise

Auf einem weißen Kerosintank eines riesigen, weitgehend menschenleeren Geländes einer Raffinerie steht in großen Lettern das Wort TOTAL. Hinter jedem der nächtlich erleuchteten Fenster eines Wohnblocks des nahen Halle-Neustadt kann man Menschen bei ihren Verrichtungen sehn. Einer der Menschen ist Jeanette. Sie ist 24 Jahre alt, arbeitslos in Umschulung, allein. Ihre Kinder Tommy (8) und Paul (3) schlafen nebenan. Jeanette betrachtet Fotos ihrer Kinder. Sie hat einen Traum: Busfahrerin werden.

Jeanette hat ein drittes Kind, Annabelle, und ist mit Guido zusammen. Jeanette und Guido fahren Bus. Tommy ist 15, so alt wie seine Mutter, als sie mit ihm schwanger wurde, in der siebenten Klasse, im neunten Schuljahr. Er sitzt im Klassenraum vor seinem Lehrer. Er will einen Antrag auf Verlängerung seiner Schulzeit stellen. Er weiß nicht, warum: „Ich denk mir was aus.“

Jeanettes Mutter Ingrid ist Hausfrau, ihr Vater Heinz arbeitet im Vierschichtdienst auf dem Gelände der Raffinerie. Jetzt sind Jeanette, seine Tochter und vier seiner Söhne aus dem Haus. Tino (18), der jüngste, wohnt noch Zuhause. Vater und Sohn sprechen nicht miteinander. Tino ist in der Lehre zum Fachlageristen und will ein Nazi sein. Tino will verstanden werden.

Paul (10), Jeanettes zweiter Sohn erhält seine Bildungsempfehlung. Er könnte aufs Gymnasium, will aber nicht. Er schießt ein Tor gegen den Sportverein mit dem alten Namen SC LEUNA, jetzt TOTAL.

(Text: Thomas Heise)

Ruhig und geradezu lakonisch schauen wir in diese Welt. Wir erleben Krisengespräche zwischen Tommy und seinem sehr souveränen Lehrer. Wir lernen seinen rechtsradikalen Freund kennen und seinen Bruder, der gut in der Schule ist, aber nicht aufs Gymnasium will („meine Mutter will das auch nicht“).

Thomas Heise ist ein Meister der Einfühlung. Und so wirken seine Berichte aus den ganz normalen Familien niemals denunzierend. Heise stellt sich deutlich auf die Seite derer, die er beschreibt und kann dadurch viel mehr Details und Zwischentöne beschreiben als es unbeteiligte Beobachter könnten.

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