Neu und beachtenswert

Bergfahrt

Ort
Schweiz
Jahr
2024
Buch/Regie
Dominique Margot

Es gab sie lange vor der Menschheit, und sie werden diese überdauern. 250 Millionen Jahre sind sie alt — die Alpen. Vieles haben sie scheinbar stumm kommen und vergehen sehen. Sie haben ihr eigenes Leben. Unheimlich waren sie unseren Vorfahren, sie sahen in den Gipfeln Monster, Drachen, Gefahr. Gewalten, die sich unserem Einfluß entziehen. Erst mit dem Massentourismus glaubte man, sich die Berge untertan zu machen, man beutete sie meist rücksichtslos aus.

Doch findet langsam ein Umdenken statt. Forschende, Künstlerinnen und Künstler, Philosophinnen und Philosophen, viele versuchen, sich dem Wesen der Berge auf neue Weise zu nähern. Sie spiegeln die gegensätzlichen Ansätze in einer Zeit, in der wir unsere Werte neu definieren und den Wandel aktiv suchen müssen. „Bergfahrt“ ermöglicht faszinierende Einblicke in die Rätsel, die uns die Millionen Jahre alten Riesen stellen.

„Bergfahrt“ zeigt in fantastischen Aufnahmen die Größe und Schönheit der Berge und ist dabei weit entfernt von dem heimattümelnden Alpenbild, das wir aus den Medien kennen. Der Film portraitiert Menschen, die dieses einzigartige Welterbe erforschen, Menschen, die das geheime Leben der Berge zu entschlüsseln suchen, es verstehen und bewahren wollen.

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Dämonen der Dämmerung

Ort
Mexiko
Jahr
2024
Regie
Julián Hernández

Orlando und Marco sind zwei junge Männer in Mexiko-Stadt, die sich zufällige begegnen und sich ineinander verlieben. Jeden Tag kämpfen sie, um ihre Träume zu verwirklichen: Orlando will Tänzer werden und Marco möchte die Krankenpflegeschule abschließen. Auf ihrem Weg durch eine multipolare, sich ständig verändernde, aggressive Welt erkennen sie, daß sie nur mit vereinten Seelen all die Dämonen der Dämmerung bekämpfen können, die sie in der Dunkelheit der Nacht verfolgen.

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Elda und die Monster

Ort
Argentinien
Jahr
2023
Buch/Regie
Nicolás Herzog

„Elda y Los Monstruos“ ist eine moderne und auch sehr queere Rockband, „Glam“, herrlich bunte Bühne, aber wer ist die Frontfrau? Ein Frontmann? Es ist Elda, ein junger grellblonder Mann, der hier desöfteren sein vermeintliches Geschlecht zur Schau stellen kann, aber doch irgendwie eine Frau, ein Mädchen ist. Whatever.

„Elda und die Monster“ ist ein sehr bunter, moderner, junger, lebensbejahender Film. Ein Versprechen, daß vieles besser wird, nicht nur beispielsweise was Rollenverhalten betrifft. Kern des Films ist eine empfindsame Reise in den Wald, in sumpfiges Gebiet, wo sich die Wasserschweine tummeln, zum Grab einer unbekannten Toten im Wald. Ein geschmücktes Grab mit Devotionalien, das Grab einer ermordeten Transperson, Binarität und Natur verschmelzen miteinander. Begleitet wird das von tollen Auftritten der Band mit fabelhaften Songs.

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Helke Sander -- Aufräumen

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2023
Buch und Regie
Claudia Richarz

Die Filmemacherin und Autorin Helke Sander ist eine Ikone nicht nur der Frauenbewegung, sondern auch des neuen deutschen Films. Historische Umwälzungen brauchen manchmal nur einen kleinen Impuls, der die versteinerten Verhältnisse plötzlich in Bewegung bringt. Helke Sander hat vor vielen Jahren eine solche erdrutschartige Veränderung in Deutschland ausgelöst.Wie viele Künstlerinnen konnte sie ihre Filme nur mit Hartnäckigkeit und gegen Widerstand drehen. Viele Projekte blieben unrealisiert, die Finanzierungen gelangen nicht.

Hinter Sanders emanzipierter Haltung steht die kontinuierliche Aufforderung, nachzudenken, vermeintliche Selbstverständlichkeiten nicht hinzunehmen und unabhängig von dem, was andere für richtig halten, auch immer auf sich selbst zu hören.

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Only Good Things

Ort
Brasilien
Jahr
2025
Produktion, Buch und Regie
Daniel Nolasco
Regieassistenz
Flavia Ferreira

Catalão im ländlichen Brasilien, ein Ort am Arsch der Welt, noch dazu im Jahr 1984. Weideflächen, so weite das Auge reicht, einsame Bauernhöfen, der Fluß São Marcos. Dort lebt Antônio, allein und isoliert, kümmert sich um seinen kleinen Hof. Tiere und ein bißchen Anbau. Marcelo dagegen ist die coole Sau im Motorraddreß, der Typ aus der großen Stadt, der die Einöde so schnell wie möglich hinter sich bringen will. Buchstäblich aus heiterem Himmel hat er einen Unfall und wird von Antônio aufgelesen. Der kümmert sich um Marcelos Wunden, pflegt den Schwerverletzten gesund, und bald ist da mehr. Die beiden verlieben sich ineinander und geraten in eine Geschichte, die sie verändert, aus dem Gleichgewicht bringt, und sie Jahre später auf vollkommen verschiedene Wege geführt hat.

Daniel Nolasco, der brasilianische Meister des schwulen Melodrams („Vento seco“), hat mit „Only Good Things“ einen Film auf der Höhe der Zeit gedreht, geheimnisvoll, lasziv, wild und betörend sexy.

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Träume und Asche

Ort
Dänemark
Jahr
2025
Buch/Regie
Ludvig Christian Næsted Poulsen

Die Geschichte von Christian (23), einem schwulen Mann, der sich auf der Suche nach einer verlorenen Liebe in Dating-Apps, One-Night-Stands und gelegentlichen Affären verliert. Die Geschichte gibt einen unverblümten, ehrlichen und manchmal provokativen Einblick in die Gedankenwelt von Christian und in das digitale Ökosystem, das sein Spielplatz ist und ihm zum Verhängnis zu werden droht.

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Was wir gemeinsam schufen

Ort
Argentinien
Jahr
2024
Produktion, Buch und Regie
Nicolás Teté

Was bedeutet Liebe? Was bedeutet Zusammensein? Was verspricht man sich? Zwei junge Männer haben sich aufs Land zurückgezogen, um einen Neubeginn zu wagen. In der Einsamkeit der argentinischen Pampa sind sie einerseits bewunderte Fremde und andererseits ein wenig Fremdkörper, die die Nachbarn neugierig beschauen. Als eine Freundin ihren Besuch ankündigt, kommen gewichtige Fragen auf… Vielleicht wird nicht alles gut für das Paar, aber vieles. Die Zukunft ist offen und heißt zugleich Zusammengehörigkeit.

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While The Green Grass Grows (Parts 1+6)

Ort
Schweiz/Kanada
Jahr
2023
Buch/Regie/Bildgestaltung/Ton
Peter Mettler

Mit „Gambling, Gods And LSD“ schuf der Regisseur und Bildgestalter Peter Mettler 2002 einen Jahrhundertfilm. Zwei Jahrzehnte später und viele Leben weiter. kommt von ihm nun ein filmisches Tagebuch aus der Zeit um die Pandemie und darüber hinaus. Es kreist um die Tragweite des Todes seiner eigenen Eltern und die Frage, wie es mit uns allen weitergeht — auf persönlicher und auf globaler Ebene. Mit seiner einzigartigen filmischen Handschrift lädt der Regisseur auf eine meditative Reise ein, von den Appenzeller Alpen bis in den Lockdown nach Toronto. Mal tragisch, mal humorvoll, mal philosophisch oder poetisch.

„While The Green Grass Grows (Parts 1+6)“ besteht aus zwei Teilen eines epischen, in sieben Kapiteln angelegten Filmwerks. Ein Werk, das von existenziellen Fragen geleitet wird. „Wie kann ich mich als Filmemacher auf einen Tanz mit der sich entfaltenden Erfahrung des Lebens einlassen, filmen, während das Leben passiert?“ Mettler regt uns mit seinem Blick auf die Dinge an, mit Mitgefühl hinzuschauen, zuzuhören und zu erkunden. Die Dinge so zu beobachten, daß die Wechselbeziehungen des Lebens in den Vordergrund rücken, einfach so, wie persönliche Erlebnisse sich entfalten. In diesem Fall: durch ein Werk der Visionen, Begegnungen und Gedanken.

Visuell und inhaltlich schöpft Mettler aus persönlichen Gesprächen, aus philosophischen und spirituellen Texten wie auch aus seinem eigenen Film- und Soundarchiv. Sein Zugang ist geprägt von Offenheit und Demut gegenüber dem Leben und der Natur -- und stets voll feinen Humors und Selbstironie.

„While The Green Grass Grows (Parts 1+6)“: ausgezeichnet mit der Goldenen Taube DOK Leipzig und dem Großen Jurypreis Visions du Réel Nyon

while-the-green-grass-grows.de

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Filme von Thomas Heise (1955 - 2024)

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Ort
Bundesrepublik Deutschland/Österreich
Jahr
2019
Buch/Regie/Sprecher
Thomas Heise

Was bleibt? Biografien hinterlassen Spuren. Die Zeitläufte auch. Wie sich das eine zum anderen verhält untersucht Thomas Heise in „Heimat ist ein Raum aus Zeit“.

Der Film folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Es geht um Menschen, die einst zufällig zueinander fanden, dann einander verloren. Deren verbliebene Kinder und Enkel jetzt verschwinden. Es geht um Sprechen und Schweigen. Erste Liebe und verschwundenes Glück. Väter, Mütter, Söhne, Brüder, Affären, Verletzung und Glück in wechselnden Landschaften, die verschiedene, einander durchwuchernde Spuren von Zeiten in sich tragen.

Eine Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten. „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ ist ein Nachdenken über die Zeit und die Liebe in ihr, den Menschen, in Tönen, Bildern und Sprache. Immer bleibt ein Rest, der nicht aufgeht.

Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin

Im Programm von DOK Leipzig

Gewinner des Caligari-Filmpreises 2019

Gewinner Meilleur long métrage de la Compétition Internationale Visions du Réel Nyon 2019

Gewinner Deutscher Dokumentarfilmpreis 2019

Gewinner Chantal Akerman Award Jerusalem Film Festival 2019

Gewinner The Avner Shalev—Yad Vashem Chairman’s Award For Artistic Achievement In Holocaust-Related Film Jerusalem Film Festival 2019

Gewinner Special Jury Prize – International Feature RIDM Montréal 2019

Gewinner Jury-Preis Lanzarote Muestra Internacional de Cine

Preis der deutschen Filmkritik 2019

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Kinder. Wie die Zeit vergeht.

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2007
Buch/Regie
Thomas Heise

Auf einem weißen Kerosintank eines riesigen, weitgehend menschenleeren Geländes einer Raffinerie steht in großen Lettern das Wort TOTAL. Hinter jedem der nächtlich erleuchteten Fenster eines Wohnblocks des nahen Halle-Neustadt kann man Menschen bei ihren Verrichtungen sehn. Einer der Menschen ist Jeanette. Sie ist 24 Jahre alt, arbeitslos in Umschulung, allein. Ihre Kinder Tommy (8) und Paul (3) schlafen nebenan. Jeanette betrachtet Fotos ihrer Kinder. Sie hat einen Traum: Busfahrerin werden.

Jeanette hat ein drittes Kind, Annabelle, und ist mit Guido zusammen. Jeanette und Guido fahren Bus. Tommy ist 15, so alt wie seine Mutter, als sie mit ihm schwanger wurde, in der siebenten Klasse, im neunten Schuljahr. Er sitzt im Klassenraum vor seinem Lehrer. Er will einen Antrag auf Verlängerung seiner Schulzeit stellen. Er weiß nicht, warum: „Ich denk mir was aus.“

Jeanettes Mutter Ingrid ist Hausfrau, ihr Vater Heinz arbeitet im Vierschichtdienst auf dem Gelände der Raffinerie. Jetzt sind Jeanette, seine Tochter und vier seiner Söhne aus dem Haus. Tino (18), der jüngste, wohnt noch Zuhause. Vater und Sohn sprechen nicht miteinander. Tino ist in der Lehre zum Fachlageristen und will ein Nazi sein. Tino will verstanden werden.

Paul (10), Jeanettes zweiter Sohn erhält seine Bildungsempfehlung. Er könnte aufs Gymnasium, will aber nicht. Er schießt ein Tor gegen den Sportverein mit dem alten Namen SC LEUNA, jetzt TOTAL.

(Text: Thomas Heise)

Ruhig und geradezu lakonisch schauen wir in diese Welt. Wir erleben Krisengespräche zwischen Tommy und seinem sehr souveränen Lehrer. Wir lernen seinen rechtsradikalen Freund kennen und seinen Bruder, der gut in der Schule ist, aber nicht aufs Gymnasium will („meine Mutter will das auch nicht“).

Thomas Heise ist ein Meister der Einfühlung. Und so wirken seine Berichte aus den ganz normalen Familien niemals denunzierend. Heise stellt sich deutlich auf die Seite derer, die er beschreibt und kann dadurch viel mehr Details und Zwischentöne beschreiben als es unbeteiligte Beobachter könnten.

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