Filme bei SOONER

    And You Belong

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland
    Jahr
    2013
    Buch/Kamera/Schnitt/Regie
    Julia Ostertag

    Scream Club! Das Hiphop-Electro-Duo, 2002 in dem Künstlerort Olympia, Washington, von Sarah Adorable und Cindy Wonderful als Spaß-Projekt gegründet, ist zu einer der wichtigsten Bands der queeren Musikszene geworden. Sarah und Cindy vereinen ein internationales Netzwerk aus KünstlerInnen und MusikerInnen. Sie touren durch die USA und Europa, produzieren dabei Videos und Songs, gründen ein Plattenlabel und betreiben den Berliner Undergroundclub „FabLab“ in Kreuzberg. „And You Belong“ erzählt nicht nur die Geschichte zweier charismatischer Frauen und ihrer Freundschaft, er zeigt ein kreatives Umfeld in Berlin, wo nach wie vor Kultur ohne Kommerz möglich ist, und reflektiert Gender Roles, Pop-Feminismus und individuelle Kreativität jenseits des Mainstreams. Julia Ostertags Collage aus Archivaufnahmen, Fotos, Musikvideos, Skype-Interviews und ihr nah an den ProtagonistInnen gefilmtes Material läßt den Zuschauer eintauchen in den Scream-Club-Kosmos und liefert den Soundtrack einer queeren Dekade: ein mitreißendes Zeitdokument voller Lebensfreude und Spaß!

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    Kawa

    Ort
    Neuseeland
    Jahr
    2011
    Regie
    Katie Wolfe

    Nach einem Buch von Witi Ihimaera („Whale Rider“): Eine ungewöhnliche Coming-Out-Geschichte in einem stimmigen Setting.

    Auckland, neuseeländischer Mittelstand, glückliche Familie, schönes Haus. Kawa (Calvin Tuteao) ist ein stolzer Ehemann und Vater, erfolgreich im Beruf, ein Mann, der alles hat. Bald soll er, ganz dem kulturellen Erbe einer Maori-Familie verpflichtet, die Führung der (Groß-)Familie übertragen bekommen. Doch so einfach ist das alles natürlich nicht, denn: Kawa hat auch ein Geheimnis, er sucht gerne Badehäuser auf, und das nicht zum Schwitzen, nein: er steht auf Männer. Er hat auch einen Geliebten, einen smarten jungen Schauspieler (Dean O'Gorman). Natürlich läßt sich das Geheimnis nicht verbergen, denn eines Abends werden die beiden von Kawas Mutter beobachtet, wie sie sich küssen. Die Konsequenz: Kawa soll aus seiner Familie verstoßen werden. Doch gibt es wirklich nur diesen einen Weg? Kann es keine Versöhnung zwischen Althergebrachtem und Moderne geben? Die Familie ist gezwungen, wieder zusammenzufinden und mit sich ins Reine zu kommen. Aber wie wird das allen Beteiligten gelingen? Vor der überwältigenden Küstenkulisse der neuseeländischen Nordinsel entfaltet sich ein beeindruckendes und sinnliches Drama.

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    Life Is A Moment

    Ort
    Indien/Norwegen
    Jahr
    2015
    Regie
    Tonje Gjevjon, Sanjay Sharma

    Aryan, ein Pakistani, der diesen Namen nur zur Tarnung trägt, liebt seine Schöne heiß und innig. Jedenfalls manchmal. Und vor allem, weil er sie schon in kurzer Zeit heiraten soll. Aber er steht auch auf Männer und wird von diesen heiß begehrt mit seinem jungenhaften Gesicht und seinem virilen Körper. Also was nun? Da man mit norwegischen Partnern Geschäfte machen will, verlegt die Familie die Verlobungsfeier kurzerhand dorthin. Aryan kommt schon ein paar Tage früher als der Rest der Familie an und stürzt sich sofort ins Nachtleben. Ein hübscher Inder namens Ashley bietet ihm seine sexuellen Dienstleistungen an, aber Aryan lehnt ab und heuert dafür Ashley drei Tage als persönlichen Assistenten. Diese Assistenz besteht vor allem in der Einführung Aryans in die örtliche Queer-Szene, wo er lernt, daß Ehen unter Frauen durchaus nichts Ungewöhnliches sind in Norge. Nun platzt aber die Verlobte in das frivole Geschehen, und da kommt Aryan ins Stottern. Nicht nur daß ja der Name nicht stimmt, auch das ganze Drumrum sei nur gespielt -- was die neuen Freundinnen und Freunde natürlich gar nicht gutheißen. Denn schließlich muß man sich ja nicht verstecken, nur weil eine andere Kultur das so verlangt. Aryan versteht diese Botschaft schließlich und outet sich bei der Verlobung als schwul. Riesenkrach, Papa bestreitet, daß es auch nur einen pakistanischen Homo gebe. Epilog: Aryan und seine Verlobte sind doch zusammen, sie führen ein Restaurant. Und Aryan heiratet seinen Ashley -- und die Mutter und ganz viele Familienmitglieder sind angereist (nicht der Papa, der braucht noch etwas Zeit). Happiness und Akzeptanz allerorten.

    Ein Bollywood-Melodram im norwegischen Outback mit queerem Hintergrund! Das hat es so noch nicht gegeben, und es war Zeit dafür. Eine stilsichere Kopie des Genres, gut gemacht, mit den Vorbildern entsprechenden willkürlichen Wendungen und mitreißenden Songs. Und einem tollen Motto: alles wird gut!

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    Pierrot Lunaire

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland/Kanada
    Jahr
    2014
    Buch/Regie
    Bruce LaBruce
    Regieassistent
    Yotam Ishay

    Inspiriert durch den gleichnamigen Gedichtszyklus von Alberd Giraud und dessen Vertonung durch Arnold Schönberg, entwirft Bruce LaBruce eine Geschichte um eine junge Frau, die sich regelmäßig wie ein Mann kleidet und sich in ein junges Mädchen verliebt. Der „Junge“ entwickelt einen abenteuerliche Plan, um dem Vater seiner Geliebten seine „Männlichkeit“ zu beweisen.

    1912 bat die Schauspielerin Albertine Zehmke den Komponisten Arnold Schönberg, einen Teil des Gedichtzyklus PIERROT LUNAIRE, verfaßt von Albert Giraud, zu vertonen: Schönberg arrangierte 21 der ca. 50 Gedichte zu einer Komposition für fünf Musiker und eine Sängerin. Es wurde eines seiner innovativsten Musiktheaterstücke. 2011 bat der Dirigent Premil Petroviç Bruce LaBruce, PIERROT LUNAIRE mit Susanne Sachsse in der Hauptrolle zu inszenieren. Das Konzept dieser Bühnenversion beruht auf Schönbergs Idee des Cabarets: eine Traumwelt, erfüllt von „dekadentem Verlangen, Schuld, Angst und Rausch“ gespickt mit Horrorszenarien und ironisch-satirischem Humor. 2013 holt LaBruce seinen PIERROT LUNAIRE auf die Straßen Berlins und verfilmt eine dunkle Geschichte der Sehnsucht, der Liebe und der Transgression. Der Soundtrack des Films ist Petroviçs Neuinterpretation von Schönbergs melodramatischem Musical, gesungen von Susanne Sachsse. Auf einer wahren Geschichte beruhend, ist LaBruces PIERROT LUNAIRE die angemessen radikale queercore-Version eines der innovativsten Stücke atonaler Musik.

    Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin

    Gewinner des Gay Teddy Bear Award 2014

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    Stud Life

    Ort
    UK
    Jahr
    2012
    Buch/Regie
    Campbell X

    JJ hat eigentlich alles: sie kann sich eine Wohnung in London leisten, hat als Hochzeitsfotografin einen tollen, selbstbestimmten Job, und sie hat jede Menge Freunde in der angesagten queeren Szene der britischen Hauptstadt. Auch ihr bester Kumpel Seb, ein moderner schwuler Junge, könnte mit dem Leben zufrieden sein. Doch wie es eben so ist: auch Liebe gehört zum Leben, und so sind beide auf der Suche nach Traumprinzessin beziehungsweise Mann fürs Leben. Als JJ die superschöne Elle kennenlernt, könnte eigentlich alles klar sein. Aber: hätte eine Beziehung zwischen einer Butch-Lesbe wie JJ und der fem Elle wirklich eine Zukunft? Zumal Elle ihr Geld mit Dienstleistungen verdient, die von einer Partnerin ziemliche Toleranz verlangen. Und Seb? Der blonde Kleindealer Smack Jack streicht zwar ständig um ihn herum, ist aber eigentlich überhaupt nicht sein Typ, denn Seb hätte gern, daß ihn seine Internetbekanntschaft mit dem finsteren Blick, Manchester Joe, mal so richtig rannimmt. Wird sich Liebe durchsetzen -- auch gegen alle Klischees? Absolutely sexy: „Stud Life“ ist ein moderner, bunter, kantiger britischer Film jenseits aller üblichen Bilder von jungen Lesben und Schwulen. Campbell X inszeniert eine unbeschwerte Erzählung über Gender, Sexualität und das Leben von jungen Leuten in der Großstadt -- eine wunderbare Geschichte von Liebe und Freundschaft.

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    Trouble

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland
    Jahr
    1993
    Regie
    Penelope Buitenhuis

    Berlin zu Beginn der 1990er Jahre. Tausende junger Leute sind in die Stadt gekommen, um die neu entstandene Freiheit ausprobieren zu können. Im Osten tobt der Kampf um besetzte Häuser, und Kreuzberg erlebt politisch unruhige Zeiten. Zu den vielen, die sich in der Stadt ohne Mauern ein neues Leben aufbauen wollen, gehört die Kanadierin Jonnie. Sie ist jung, impulsiv und kann gut singen. Für ihre alte Heimat empfindet sie nur Verachtung. Den miesen Job als Bedienung in einer Besetzerkneipe macht sie gerne, solange sie gleichzeitig die Frontfrau der Band „Jellobelly“ sein kann. Für „Jellobelly“ und andere Bands ist das alternative „Rock House“ eine zweite Heimat. Doch eines Tages fällt das abbruchreife Haus Spekulanten in die Hände. Die Band ist vom Rauswurf bedroht. Und auch privat kommt Jonnies Leben ins Schlingern. Sie verliebt sich in den charmanten Alleskönner Erik, doch der fordert eine feste Beziehung, und das verträgt sich nicht mit ihrem Freiheitswillen. Zudem ist Erik in illegale Machenschaften verwickelt: er und seine Freunde wollen mit einem Piratensender ihre politischen Forderungen öffentlich machen. Nur wissen sie nicht, wo sie die teuren Sendeanlagen hernehmen sollen. Als jedoch Jonnie mitsamt Band den Reporter eines Lokalsenders kennenlernt,der in seinem Programm ein Livekonzert übertragen will, wittern Erik und seineFreunde die Chance: sie klauen kurzerhand den Ü-Wagen... Mit der charismatischen Yvonne Ducksworth, Sängerin der Kult-Band „Jingo deLunch“, Françoise Cactus (von „Stereo Total“) und Erdal Yildiz („Lola und Bilidikid“, „Barfuss“) ist „Trouble“ ein starker Szenefilm und zugleich ein Zeitdokument mit einem tollen Soundtrack.

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