Die Gentrifizierung bin ich

Ort
Schweiz
Jahr
2018
Buch/Regie
Thomas Haemmerli

Thomas Haemmerli („Sieben Mulden und eine Leiche“) hielt sich für einen linken Freigeist. Bis er feststellen mußte: Sein Verhalten sorgt für die Umwandlung ganzer Stadtviertel. In dem ihm eigenen persönlichen, bisweilen sarkastischen und ausgesprochen witzigen Stil verarbeitete er diese Erkenntnis zu einer klugen und unterhaltsamen Betrachtung zu den Themen Wie sollen und wollen wir wohnen? Wie sollen unsere Landschaften und Städte in Zukunft aussehen? Stimmt es, daß die Reichen immer die weniger Zahlungskräftigen verdrängen und dadurch „Ghettos“ entstehen? Und was hat das alles mit São Paulo zu tun?

„Die Gentrifizierung bin ich“ ist ein kluger, lustiger und umfassender Dokumentar-Essay, der Raumgebrauch, Wohnen, Stadtentwicklung, Dichte, Fremdenfeindlichkeit und Gentrifizierung thematisiert. Dabei verschreibt sich das Projekt einem autobiografischen Zugriff: Der große Bogen sind diverse Wohnsituationen des Autors, begonnen mit der Kindheit im Reichenghetto, über besetzte Häuser, WGs und Yuppie-Wohnungen, bis hin zu Behausungen in Großstädten wie Tiflis, São Paulo und Mexiko-Stadt.

Haemmerli, der vom Hausbesetzer zum Hausbesitzer wurde, stellt die Frage, die viele Menschen seines Alters bewegt: Welche Spuren hinterlasse ich? Wie gründe ich im 21. Jahrhundert eine Familie?

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Kommen Rührgeräte in den Himmel? Ein Film über Nachhaltigkeit

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2016
Buch/Regie
Reinhard Günzler

Carmen stammt aus der Schweiz und studiert Design im exotischen Thüringen. Nachdem ihr nagelneuer Mixer bei dem aufwühlenden Versuch, einen Kuchen zu backen, den Geist aufgegeben hat, entdeckt sie auf einem Jenaer Flohmarkt ein Rührgerät aus DDR-Zeiten. Es leuchtet in grellem Orange, ist deutlich älter als sie selbst -- und trotzdem noch tadellos in Form. Es heißt RG 28.

Carmen ist von dem Rührer aus dem „Elektrogerätewerk Suhl“ fasziniert. Um hinter das Geheimnis seiner sagenhaften Langlebigkeit zu kommen, begibt sie sich auf eine Forschungsreise in die Welt der Gerätschaften. Sie fragt Konstrukteure und Technologen, Designer und Ökonomen, Historiker, Theologen und Psychologen: In welchem Verhältnis stehen wir zu unseren Erzeugnissen? Und wie verändert sich diese Beziehung? Auf ihrem Trip begegnet Carmen den Menschen, die einst ihr RG 28 gebaut haben. Sie hört Geschichten von einer fremden, untergegangenen Wirtschaftsform, einem System, in dem die Mitarbeiter sich mit „ihrem“ Betrieb und „ihren“ Produkten vollkommen identifizieren konnten.

Ist die innere Verbundenheit des Schöpfers mit seinem Werk die wesentliche Voraussetzung für ein gutes Produkt? Macht es einen Unterschied, ob wir Dinge herstellen, um einen Unternehmer oder einen Aktienbesitzer noch ein bißchen reicher zu machen, oder ob wir Dinge schaffen, von denen wir glauben, dass die Menschen sie brauchen? Wo und unter welchen Bedingungen wird der größte Teil unserer Gebrauchsgegenstände heute hergestellt? Warum werfen wir vieles davon schon nach wenigen Jahren wieder auf den Müll? Können wir zu einem Ding, dem nur eine geringe Lebenserwartung vergönnt ist, noch eine respektvolle Beziehung entwickeln? Schwindet mit der wachsenden Gleichgültigkeit gegenüber den Dingen auch der Respekt gegenüber denen, die sie geschaffen haben? Ihre Begegnungen und Gespräche führen Carmen schließlich zu der Frage, ob es ethisch vertretbar ist, unseren Erzeugnissen das zu verweigern, was wir für uns selbst erhoffen: Ein langes Leben.

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Latin Boys Go To Hell

Ort
Bundesrepublik Deutschland/Spanien
Jahr
1997
Regie
Ela Troyano

Ela Troyanos Spielfilm „Latin Boys Go To Hell“ ist ein wildes Melodram über die Leiden junger Latinos im tiefsten Brooklyn. Frühe Liebe, frühes Leid, Verlust der Unschuld: Der junge Justin lebt bei seiner Mutter und arbeitet in Manhattan als Assistent für die Fotografin Monica, die Aktaufnahmen von jungen Latinos macht.

Wegen Schwierigkeiten mit seiner Familie zieht Justins heterosexueller Cousin Angel bei ihnen ein, und Justin verliebt sich widerstrebend, aber unweigerlich in Angel. Denn Angel ist das, was Justin nicht zu sein glaubt: gutaussehend, smart, sexy. Aus Frust läßt er sich kurz mit dem Sexbomber Carlos ein, dessen Freund Braulio in Rage gerät und auf Rache sinnt.

Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin

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Wilde Miezen -- Katzen allein unterwegs

Ort
Bundesrepublik Deutschland
Jahr
2017
Buch/Regie
Martina Treusch

Die Katze ist das beliebteste Haustier in Europa. Und doch weiß niemand, wie die Katze lebt, sobald sie das heimische Grundstück verläßt. Der sanfte Stubentiger führt ein Doppelleben. Als Freigänger erlebt die Katze Abenteuer, von denen ihre Halter nichts ahnen. -- Eine Katzenforscherin macht sich in Weimar, der Katzenhochburg Deutschlands, auf Spurensuche in der heimlichen Welt der Katzen. Mit modernster Technik folgt sie den Tieren auf ihren Streifzügen in freier Wildbahn. Sie kartiert und entschlüsselt die unbekannten Wege der Katzen: entdeckt ihre verborgenen Lieblingsplätze, Reviereroberungen, Gefahren und Gewohnheiten. Und kommt so dem Wesen und der Faszination dieser rätselhaften Wesen ein Stück näher.

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