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    Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland
    Jahr
    2014
    Produzentin/Buch/Regie
    Claudia Funk

    Unsere heutige Gesellschaft altert rasch, das Thema „Altern in Würde“ wird immer wichtiger. Welche Alternativen gibt es zum viel diskutierten Pflegemodell? Wie und unter welchen Umständen wollen wir selbst altern? Der abendfüllende Dokumentarfilm „Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder“ von Claudia Funk zeigt auf spannende und humorvolle Weise, wie im rumänischen Siebenbürgen ein ganz anderes Modell für das „Altern in Würde“ erfolgreich praktiziert wird. Dieses Modell eines gemeinsamen Lebens im Alter steht im Mittelpunkt des Films.

    Die Siebenbürger Sachsen leben in einer Zentralregion Rumäniens, die etwa so groß wie Bayern ist. Nach dem Sturz des Diktators Nicolae Ceaușescu 1989 sind von den etwa 120.000 Sachsen nur noch ca. 10.000 in ihrer Heimat geblieben, vor allem die Älteren und Alleinstehenden. Ungefähr 30 dieser Menschen im Alter zwischen 60 und 90 Jahren leben zusammen in einem Altersheim in Hetzeldorf/Aţel. Der einfühlsame Film beobachtet mit pfiffigem Witz, aufgenommen in klaren, schönen Bildern das Alltagsleben seiner Bewohner. Sie beackern 12 Hektar Land, kümmern sich um Kühe, Schafe und Hühner. Jeder tut das in seinem Tempo, jeder so lange und so gut er kann. Sie bekommen für ihre Arbeit etwas, was in Deutschland selten geworden ist: das Versprechen, in ihrer gewohnten Umgebung und in Würde alt werden zu können. Egal wie lange es dauert, egal, was es kostet. Sie werden im Altenheim gepflegt bis zum letzten Tag. Ein Drittel der anfallenden Kosten kann das Altenheim eigenständig erwirtschaften, der Rest kommt von Zuschüssen und Spenden.

    Aber die Arbeit ist nicht der einzige Grund, warum jeder hier seine Aufgabe hat. „Das macht auch etwas mit dem Menschen”, sagt Ursula Juga Pintican, die Leiterin der Diakonie Mediasch, dem Träger des Altenheims. „Man gibt ihm ein bißchen mehr das Gefühl, daß er gebraucht wird. Daß er nicht nur hergekommen ist, und da jetzt wartet auf sein Ende.“

    Die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) hat den Film einstimmig mit dem Prädikat „wertvoll“ ausgezeichnet. Er ist „ein kluger Dokumentarfilm“, in dem sich „die Autorin auf unaufdringliche Art ihren Protagonisten nähert und ihnen immer genügend Raum und das Vertrauen gibt, zu Wort zu kommen und ihre Sicht auf das Leben zu offenbaren. Das Altenheim von Atel gleicht einer Alten-WG, in der sich die Bewohner gegenseitig unter die Arme greifen und damit noch nicht vollständig aufs Altenteil ,abgeschoben‘ wurden. [.] Das kann auch ein generelles Modell für das Zusammenleben in einer alternden Gesellschaft sein“, urteilte die FBW-Jury.

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    Der Esel hieß Geronimo

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland/Schweiz
    Jahr
    2018
    Buch/Regie
    Arjun Talwar, Bigna Tomschin

    Eine Gruppe von Abenteurern läßt sich auf einer kleinen Insel in der Ostsee nieder, fasziniert von ihrer Schönheit und dem paradiesischen Versprechen. Als sie schließlich erkennen, daß ihre Träume zum Scheitern verurteilt sind, kehren sie desillusioniert und zerstritten ans Festland zurück.

    Doch das gewöhnliche Leben hat den ehemaligen Bewohnern nicht viel zu bieten. Die Seemänner liegen mit ihren rostigen Schiffen im Hafen von Flensburg, während die verlorene Heimat ein Punkt am Horizont bleibt. Sie versuchen einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden, der Bürokratie zu trotzen, mit dem Humor und der Herzlichkeit, die ihnen geblieben sind. Nachts trinken sie an Deck und erzählen sich die immer gleichen Geschichten. Die Erinnerung an die Insel ist wie eine dunkle Verheißung, die sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Können sie den Bann durchbrechen?

    „Der Esel hieß Geronimo“ ist eine zeitlose Fabel über die unmögliche Suche nach dem Paradies. Ein wundersames Abenteuer mit skurrilen Figuren, die einem unentwegt ans Herz wachsen.

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    Foto: OSTKREUZ

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland
    Jahr
    2015
    Buch/Regie/Kamera
    Maik Reichert

    „Ostkreuz“ ist die bekannteste und erfolgreichste Fotoagentur in Deutschland. 1990 von Fotografen aus der ehemaligen DDR gegründet, sind heute 20 Fotografen aus Ost und West in der Agentur organisiert. Alle haben unterschiedliche Arbeitsweisen und Auffassungen, aber eines vereint sie: humanistische Weltsicht und engagierte Dokumentarfotografie. Maik Reicherts Film beleuchtet sieben sehr verschiedene Fotografen und zeichnet in sorgfältigen Portraits ihre gemeinsame Passion, Bilder zu machen. Im Zentrum stehen Ute Mahler und Werner Mahler, die in den Hamburger Deichtorhallen eine Werkschau aus 500 Bildern ausstellen. Genau wie die anderen Gründer, etwa Sibylle Bergemann und Harald Hauswald, haben sie vor 1990 bereits selbstständig fotografiert und das Leben der Menschen in der DDR dokumentiert. Harald Hauswald führt uns in diese Zeit zurück: mit seinen lebendigen Erinnerungen und seiner besonderen Schwarz-Weiß-Fotografie.

    Annette Hauschilds großes Thema ist die Heimatlosigkeit der Roma. Maurice Weiss fotografiert häufig im Bundestag. Bei der Bundestagswahl konnte er in der SPD-Zentrale am Wahlabend die ersten Ergebnisse dokumentieren. Auch Julian Röder bewegt sich im Feld der Politik: Er mischt sich bei Demonstrationen unter die Protestierenden und versucht, mit seinen Fotos Stellung zu beziehen. Linn Schröder zeigt ganz andere Grenzerfahrungen: die des eigenen Körpers. Sie exponiert sich am weitesten im privaten Bereich.

    Alle Fotografen gehen an Grenzen, ob an politische, physische oder imaginäre. Der Dokumentarfilm kommt seinen Protagonisten ganz nahe und zeigt, wie unsere Bilderwelt von dieser engagierten zeitgenössischen Fotografie geprägt wird. Er ist auch ein Dokument davon, wie wichtig genaues dokumentarisches Arbeiten heute sein kann.

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    Heimat ist ein Raum aus Zeit

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland/Österreich
    Jahr
    2019
    Buch/Regie/Sprecher
    Thomas Heise

    Was bleibt? Biografien hinterlassen Spuren. Die Zeitläufte auch. Wie sich das eine zum anderen verhält untersucht Thomas Heise in „Heimat ist ein Raum aus Zeit“.

    Der Film folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Es geht um Menschen, die einst zufällig zueinander fanden, dann einander verloren. Deren verbliebene Kinder und Enkel jetzt verschwinden. Es geht um Sprechen und Schweigen. Erste Liebe und verschwundenes Glück. Väter, Mütter, Söhne, Brüder, Affären, Verletzung und Glück in wechselnden Landschaften, die verschiedene, einander durchwuchernde Spuren von Zeiten in sich tragen.

    Eine Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten. „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ ist ein Nachdenken über die Zeit und die Liebe in ihr, den Menschen, in Tönen, Bildern und Sprache. Immer bleibt ein Rest, der nicht aufgeht.

    Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin

    Gewinner des Caligari-Filmpreises 2019

    Gewinner Meilleur long métrage de la Compétition Internationale Visions du Réel Nyon 2019

    Gewinner Deutscher Dokumentarfilmpreis 2019

    Gewinner Chantal Akerman Award Jerusalem Film Festival 2019

    Gewinner The Avner Shalev—Yad Vashem Chairman’s Award For Artistic Achievement In Holocaust-Related Film Jerusalem Film Festival 2019

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    The Invisible Men

    Ort
    Israel/Niederlande
    Jahr
    2012
    Regie
    Yariv Mozer

    Drei schwule Palästinenser sind vor ihren Familien geflohen sind und halten sich jetzt illegal in Tel Aviv auf: Louie, 32, der sich seit acht Jahren in Tel Aviv versteckt; Abdu, 24, der in Ramallah geoutet wurde und daraufhin von den palästinensischen Sicherheitskräften der Spionage beschuldigt und gefoltert wurde und von Faris, 23, der von der West Bank nach Tel Aviv vor seiner Familie floh, die ihn töten wollte. Um zu überleben, suchen sie Asyl in Drittländern, jenseits von Israel und ihrer Heimat Palästina. Yariv Mozers Dokumentarfilm erzählt erschütternde, aber auch Mut machende Geschichten über einen Aspekt des Nahost-Konflikts, der so noch nie thematisiert wurde und der auch vielen Bewohnern der Region verborgen bleibt.

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    Trouble

    Ort
    Bundesrepublik Deutschland
    Jahr
    1993
    Regie
    Penelope Buitenhuis

    Berlin zu Beginn der 1990er Jahre. Tausende junger Leute sind in die Stadt gekommen, um die neu entstandene Freiheit ausprobieren zu können. Im Osten tobt der Kampf um besetzte Häuser, und Kreuzberg erlebt politisch unruhige Zeiten. Zu den vielen, die sich in der Stadt ohne Mauern ein neues Leben aufbauen wollen, gehört die Kanadierin Jonnie. Sie ist jung, impulsiv und kann gut singen. Für ihre alte Heimat empfindet sie nur Verachtung. Den miesen Job als Bedienung in einer Besetzerkneipe macht sie gerne, solange sie gleichzeitig die Frontfrau der Band „Jellobelly“ sein kann. Für „Jellobelly“ und andere Bands ist das alternative „Rock House“ eine zweite Heimat. Doch eines Tages fällt das abbruchreife Haus Spekulanten in die Hände. Die Band ist vom Rauswurf bedroht. Und auch privat kommt Jonnies Leben ins Schlingern. Sie verliebt sich in den charmanten Alleskönner Erik, doch der fordert eine feste Beziehung, und das verträgt sich nicht mit ihrem Freiheitswillen. Zudem ist Erik in illegale Machenschaften verwickelt: er und seine Freunde wollen mit einem Piratensender ihre politischen Forderungen öffentlich machen. Nur wissen sie nicht, wo sie die teuren Sendeanlagen hernehmen sollen. Als jedoch Jonnie mitsamt Band den Reporter eines Lokalsenders kennenlernt,der in seinem Programm ein Livekonzert übertragen will, wittern Erik und seineFreunde die Chance: sie klauen kurzerhand den Ü-Wagen... Mit der charismatischen Yvonne Ducksworth, Sängerin der Kult-Band „Jingo deLunch“, Françoise Cactus (von „Stereo Total“) und Erdal Yildiz („Lola und Bilidikid“, „Barfuss“) ist „Trouble“ ein starker Szenefilm und zugleich ein Zeitdokument mit einem tollen Soundtrack.

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